|
Schrifttexte
des Christkönigs-Sonntags:
2
Sam 5,1-3
David
übernimmt den Dienst der Leitung. Sein Volk salbt
ihn zum König
Kol
1,12-20
Durch
Christus sind wir erlöst. Er hat am Kreuz Frieden
gestiftet.
Lk
23,35-43
Jesus
wird am Kreuz verspottet: Das soll ein König
sein.
Zur
Einstellung auf die Gebetszeit:
Vor
der Gebetszeit stelle ich mich ein auf die Begegnung
mit Jesus Christus. Am heutigen „Christkönig-Fest“
sind in der Liturgie zwei Bilder wichtig:
1.
Der Christus-König in den Mosaiken, Bildern und
Liedern: der Herrscher und Richter der Welt. Er hält
die Weltkugel und damit die Geschicke der Erde und
der Menschen in seinen Händen,- jetzt und am Ende
der Zeit, wenn er wiederkommen wird.
2.
Die Szene aus dem Evangelium beschreibt einen ganz
anderen König, - den am Kreuz: verlacht,
verspottet, geschunden und sterbend als König
gekennzeichnet: ohne Macht, hilflos, - in der Augen
der Welt.
Beide
„Szenen“ sind wichtig, gehören zusammen. Sie
sind der Hintergrund für die folgenden
Betrachtungspunkte.
Mit
dem „Vergegenwärtigen“ der beiden Bilder und
Wirklichkeiten beginne ich meine Gebetszeit.
Schrifttext:
Lk
23,35-43
In
jener Zeit verlachten die führenden Männer des
Volkes Jesus und sagten: Anderen hat er geholfen,
nun soll er sich selbst helfen, wenn er der erwählte
Messias Gottes ist.
Auch die Soldaten verspotteten ihn; sie traten vor
ihn hin, reichten ihm Essig und sagten: Wenn du der
König der Juden bist, dann hilf dir selbst!
Über ihm war eine Tafel angebracht; auf ihr stand:
Das ist der König der Juden. Einer der Verbrecher,
die neben ihm hingen, verhöhnte ihn: Bist du denn
nicht der Messias? Dann hilf dir selbst und auch
uns! Der andere aber wies ihn zurecht und sagte:
Nicht einmal du fürchtest Gott? Dich hat doch das
gleiche Urteil getroffen. Uns geschieht recht, wir
erhalten den Lohn für unsere Taten; dieser aber hat
nichts Unrechtes getan. Dann sagte er: Jesus, denk
an mich, wenn du in dein Reich kommst. Jesus
antwortete ihm: Amen, ich sage dir: Heute noch wirst
du mit mir im Paradies sein.

Zur
Besinnung:
Verweile
dann bei einem der drei Punkte.
Auf
Christus schauen
-
auf den Weltenrichter, - und den von der Welt
Gerichteten;
- auf den, der die Welt in der Hand hält - und
dessen Hände macht - los gebunden sind;
- auf den, der stirbt, - und auf den, der rettet
(anders als erwartet).
Und ihn fragen, wie er dazu kam, das alles zu
erdulden, zu ertragen, auf sich zu nehmen, - für
mich.
Auf
die Welt schauen
„Die
Welt erkannte ihn nicht“, schreibt Johannes.
Stattdessen gibt es Missverständnisse, Neid,
Streit, Machtspiele.
Und doch ist Christus für
diese Welt, - für diese ganz konkrete Welt, die er
in seinen Händen hält.
In dieser Welt, in der so vieles drunter und drüber
geht, sich rasant verändert, die so sehr blutet, -
stehen wir, in sie gehen wir jeden Tag neu.
Und mit ihm schaue ich auf diese ganz konkrete
Welt...
Auf
mich schauen
Die
Frage nach „Helfen“ taucht wiederholt auf. Es
geht um ein Retten und Er-Retten aus konkreter Not,
Hilflosigkeit, Tod. „Selber helfen“ ist
angefragt.
Wenn ich auf diesen Christus und auf die Menschen um
ihn schaue: Woher erwarte denn ich meine Hilfe? Muss
ich immer alles selber machen? Wo lasse ich mir
helfen? und Was erwarte ich denn von Gottes Hilfe?
Zum
Schluss führe ich ein Gespräch mit Christus, dem
Herrn der Welt oder dem Gekreuzigten, je nachdem wie
er mir näher ist. Im gleichen Vertrauen wie der
reumütige Schächer: Und sage ihm alles, was jetzt
ist.

die
kommende welt
kein
endlosband der halleluja-singers
kein luftschloss in der heilen wolkenwelt
keine spielverlängerung mit open end
alles völlig anders
das universum atmet auf
alle zeit der welt mündet ins jetzt
und die wunden der geschichte
beginnen von innen zu leuchten
das licht der sterne aber
bleibt in deinen augen
du und ich
endlich wir
das versprechen
unsrer ersten liebe
wird wieder wach
und wirklich wahr
o schöner augenblick
in dem verewigt wir verweilen
freude die nicht altert
liebkoseworte unaufhörlich
Andreas
Knapp, Tiefer als das Meer, S.65
|