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...Das
8-Minuten-Programm für jeden Tag

Wie
kann ich beten?
Was
kann ich beten?
3 x Morgens:
Gebet vor dem Spiegel
Gebet mit der Zeitung
Gebet mit dem Terminkalender
2x
Abend:
Gebet mit der Türklinke
Tagesschau am Fenster
Das Gebet ist der Schlüssel am Morgen und der Riegel am Abend. Mahatma
Gandhi

Beten
ist oft nicht einfach. Hier gibt es eine Handvoll Tipps, wie
ich es lernen kann, nicht an einem Tag, nicht in einer Woche.
Aber mit ein bisschen Übung kann ich beten lernen. Wird sich
mein Leben verändern: weil ich es mit Gott zu tun bekomme.
1.
Das Gebet vor dem Spiegel (2
min)
Nachdem
ich in der Nacht mehr oder weniger die Welt hinter mir
gelassen habe, tauche ich morgens zwangsläufig wieder vor dem
Spiegel auf. Das erste, was ich sehe, ist mein eigenes
Gesicht: unordentlich, verschlafen, zerzaust, - „pflegebedürftig“.
Das
erste Morgengebet besteht darin, dass ich mir in Ruhe sage: Dieser
Mensch, den ich das sehe, ist ein von Gott geliebter und
bejahter Mensch. Vielleicht frage ich mich dann, was an
dem da denn liebenswert ist. Aber das ist meine Frage, nicht
die Frage Gottes. Gott liebt uns nicht nur, wenn wir in
Hochform sind, gepflegt, gestylt, wenn wir was geleistet
haben. Er liebt uns wie wir sind. Wir sind leistungsfrei
angenommen, - um Christi willen.
Hintergrund
ist das Liebesgebot: Liebe Gott und deinen Nächsten wie dich
selbst.
2.
Das Gebet mit der Zeitung (0 min)
Ein
weiteres Morgengebet ist das Gebet beim Blättern der Zeitung:
ich lese sie mit den Augen Gottes, mit Ihm. Dann wird es
einige Rätsel geben, die Bitte um Vergebung für manches
Schlimme; die Bitte für die Menschen in Not und Gefahr; auch
Dank.
So
bleibt der Glaube bodenständig und die Welt wird nicht leer,
zufällig, oberflächlich.
Hintergrund:
Gott wird Mensch in einer konkreten Welt. Auch heute.
3.
Das Gebet mit dem Terminkalender (2 min)
Im
Terminkalender sehe ich, was ich heute zu tun habe, wen ich
anrufe, wen ich treffe, welche Gespräche es heute gibt.
Ich
sage mir beim Schauen in den Kalender: Jeder der Menschen,
den ich heute sehe und treffe, ist ein von Gott geliebter
Mensch. Diesen Gedanken halte ich so lange aus, bis ich
ihm zustimme. Ich werde dann die Menschen anders begrüßen,
anders zuhören.
Hintergrund:
der wichtigste Mensch in meinem Leben ist der, mit dem ich
jetzt zusammen bin.
Dann
habe ich viel für den Tag getan, - Gott darf dabei sein.

Am
Abend werde ich anders beten als am Morgen. Zwei Tipps dazu:
1.
Das Gebet an der Türklinke (1
min)
Am
Abend komme ich nach Hause, beladen mit vielen Begegnungen,
Problemen, Sorgen. Das alles nehme ich mit nach Hause, es
macht oft das Herz schwer, liegt wie ein Stein im Magen.
Etliches liegt auch außerhalb meiner selbst: ich kann es
nicht ändern.
Ich
kann das alles „lassen“: Wenn ich die Türklinge drücke,
kommt ein kleiner Seufzer, ein Gebet durch mein Herz:
Gott,
ich vertraue dir meine Sorge an und das, was ich jetzt nicht
mehr ändern kann. Beschütze und segne alle, an die ich jetzt
denke, bewache Du meine Sorgen gut, und lass mich am Morgen an
ihnen weiterarbeiten, wenn es nötig ist.
Es
war ein fruchtbares Gebet, wenn die Sorgen draußen bleiben.
Und ich mich nicht so wichtig nehme, dass ich alle Probleme lösen
könnte. Das kann niemand, und schon gar nicht über Nacht.
2.
Rückblick auf den Tag (3 min)
Ganz
am Ende des Tages nehme ich mir noch mal 3 Minuten zum Zurückschauen.
Ich stelle mich ans Fenster, schaue hinaus. Und lasse den Tag
vorbeiziehen und was jetzt noch in mir nachwirkt:
Welche
Wellen schlagen noch an das Ufer des Abends?
Welche
Begegnungen wirken noch nach?
Was
berührt mich noch jetzt?
Ich
schaue an, was noch ankommt und noch da ist.
Es darf alles sein, es wird mich
nicht in die Nacht verfolgen, wenn ich es vor Gott bringe und
ihm überlasse: denn es war auch sein Tag und er wird mit
diesem Tag „weiterarbeiten“, wenn ich schlafe.

Eine weitere Idee zum Beten:
Noch
eine Möglichkeit zum Beten ist das „Gebet für…“ Es
gibt viele Anliegen in der Welt und in der Kirche und im Leben
der Familie, die im Gebet begleitet werden wollen oder
sollten: die großen Sorgen der Menschheit, die Fragen der
Kirche, die Probleme in der eigenen Familie und bei den
Bekannten.
Weil
es so viele Anliegen gibt und viele Menschen nicht mehr für
sich, für andere und für die Welt beten, haben der Papst und
unser Bischof für jeden Monat Anliegen zusammengefasst und
suchen Menschen, die diese Bitten regelmäßig, einmal in der
Woche oder auch täglich ins Gebet nehmen.
„Gebetsapostalat“
nennt sich das, - und ist ein wichtiger Dienst für die Kirche
und unser Bistum.
Es
ist sicher eine gute Möglichkeit zu Beten, - auch für
Menschen, die wegen Krankheit oder Alter nicht mehr wie
gewohnt am Gottesdienst und am Leben teilnehmen können: hier
ist ein wichtiger Dienst, ohne den die Kirche gar nicht sein
kann.
Wenn
sich auch bei uns eine feste Gruppe findet, wo man umeinander
weiß und sich so gegenseitig im Gebet für andere auch stützt,
wäre das eine tolle Sache.
Hier
liegen die Gebetsanliegen für 2007 bei und es gibt auch ein
kleines Gebet, in das sie eingefügt werden können.
Viel
Freude beim Beten!
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