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die folgenden Beiträge sind entnommen aus dem Buch
Walporzheim
Kirche, Schule, Bräuche und Feste
von Werner Schüller
Bilder: Reiner Bauer
Die Geschichte der
Kapelle
(Festschrift 1924)
„Die Pfarrkirche von Ahrweiler war von Walporzheim aus
so leicht zu erreichen, dass sich das Bedürfnis eines eigenen Gotteshauses nicht
sehr früh fühlbar machte. Die jetzige Kapelle liegt in der Flur Blenzert, früher
Plenzer, wovon seit dem 16. Jahrhundert ein Teil den Namen Hostert, Domhostert
erhielt. Da in diesem Distrikt vornehmlich das Kölner Domstift begütert war und
die Kapelle dem Domhof beinahe gegenüber liegt, so kann man schließen, dass
diese Kapelle vom Domkapitel auf seinem eigenen Grund und Boden errichtet worden
ist und aus domstiftischen Mitteln unterhalten wurde.
So wird es auch erklärlich, dass die Eheleute Paul und Gertrud Vinkelgen aus
Walporzheim im Jahr 1491 nicht in ihrem Wohnort, sondern in Bachem eine Messe
stifteten: die Kapelle in Walporzheim war vom Domkapitel so gut fundiert, dass
wenigstens damals private Zuwendungen unnötig waren. Vielleicht stammte auch die
Frau des Vinkelgen aus Bachem.
Die erste Spur vom Dasein einer Kapelle in Walporzheim findet sich im Jahre
1660, wo wir hören, dass die Inhaber von zwei Häusern in Walporzheim je 2 Quart
„Klockwein“ zu liefern haben; das ist die Zuwendung an den Glöckner des
Gotteshauses, was sonst unter dem Namen „Glöcknerwein“ erscheint.
Im Jahre 1701 berichtet der Chronist vom Kalvarienberg: Am Dienstag, den 10.
Mai, kam eine Prozession aus Ahrweiler, um die Gnaden des Jubiläums zu gewinnen,
und dann begleitete die ganze klösterliche Genossenschaft sie zu den Kirchen
von Ahrweiler und Walporzheim.
Hier wird also ganz offenbar auf die Kapelle in Walporzheim hingedeutet.
Vorläufig hatte die Kapelle nur eine Glocke; bald aber begannen die
Walporzheimer Einwohner Johann Paffenholz und Jakob Koch die Beschaffung einer
neuen Glocke durch Sammlungen im Ort und der näheren Umgebung zu fördern. Im
Jahre 1747 sahen sie ihr gutes Werk mit Erfolg gekrönt; eine größere neue Glocke
war fertig gestellt und wurde vorläufig zum Kloster auf dem Kalvarienberg
gebracht, wo am 6. März die feierliche Weihe stattfand.
Die Einwohner von Walporzheim versammelten sich dort, es erschienen auch adelige
Herren und angesehene Bürger aus Ahrweiler, darunter sämtliche Schöffen. Der
zeitliche Guardian Gottfried Langen taufte die Glocke auf den Namen des Hl.
Joseph und Hl. Sebastian, wobei Pate standen der Vikar Konstantin Riskirchen in
Vertretung des Dechants zu Ahrweiler sowie Herr Stoll und Frau Veronika
Fechemer aus Ahrweiler. Dann fand im Kloster ein Festschmaus statt: die
Klosterbrüder und sämtliche Teilnehmer wurden von den Walporzheimern prächtig
traktiert.
Bei der lebhaften Schilderung, die von dem sonstigen trockenen Chronikstil
merklich abweicht, glaubt man das behagliche Lächeln des Schreibers in der
Erinnerung an den Genuss des feurigen Walporzheimers wahrzunehmen. Die Zahl
1770, die über dem Eingang der Kapelle eingemeißelt ist, weist darauf hin, dass
in jenem Jahre ein Neubau des Gotteshauses erfolgte.
Das Dorf Walporzheim, mit 604 Einwohnern, gehört auch heute noch zur Pfarrei und
Stadtgemeinde Ahrweiler. Als Pfarrgeistliche wirken gegenwärtig Herr Dechant
Joseph Kollmann aus Clotten an der Mosel, Herr Kaplan Paul Pees aus Horhausen
(Westerwald) und Herr Kaplan Felix Schreiner aus Trier, welcher die Filiale
Walporzheim zu betreuen hat.
84 Kinder besuchen die Volksschule des Dorfes, an welcher Lehrer Ferdinand Arenz
aus Kempenich (Kreis Adenau) und Fräulein Lehrerin Maria Bartsch aus
Coblenz-Lützel tätig sind.
Bei der Anlage des Grundbuches im 19. Jahrhundert wurde die Stadt Ahrweiler als
Eigentümerin des Grundstückes eingetragen, auf welchem die Kapelle steht.
Allmählich regte sich in der Walporzheimer Bevölkerung der Wunsch, das kleine,
anspruchslose Gotteshaus zu erweitern und zu verschönern. So war es ein
glücklicher Gedanke, dass am 24. Mai 1914 der Walporzheimer Kapellenbauverein
gegründet wurde, der sich die Verwirklichung dieses Wunsches zur Aufgabe machte.
Da von vornherein einige Mittel vorhanden waren, konnten Tabernakel, Kelch und
Harmonium neu beschafft werden.
Dann aber fanden all monatlich Sammlungen für das gute Werk statt, wobei sechs
Mitglieder aus dem Dorf in löblichem Eifer sich der Mühe unterzogen, die
Beiträge in Empfang zu nehmen. Auch hier zeigte sich der allbewährte Opfersinn
der Walporzheimer Bevölkerung. Jünglinge und Jungfrauen des Dorfes stifteten je
ein neues Fenster, jene zu Ehren des Hl. Aloysius, diese zu Ehren der Hl. Agnes.
Aus einer reichen Spende des Winzervereins und anderen milden Zuwendungen
konnten weitere Anschaffungen gemacht werden. Als Ersatz für die im Weltkrieg
geopferte Glocke wurde eine neue dem Hl. Sebastianus gewidmet, eine andere dem
Hl. Joseph, zum Andenken an das 50jährige Jubelfest des Walporzheimer
Winzervereins. Am St. Josephstag, 19. März 1923, konnten beide Glocken feierlich
geweiht werden.
Dann durfte man daran denken, zu dem Erweiterungsbau der Kapelle selbst
überzugehen, ganz besonders freudig war hierbei zu begrüßen, dass Herr Dr. Ernst
Dahm
von dem Nachbargrundstück eine an die westliche Kapellenwand anstoßende Parzelle
stiftete. Am 9. April 1924 begannen die Bauarbeiten mit dem Abbruch des
Westgiebels.
Den Vorstand des Kapellenbauvereins bilden zur Zeit folgende Herren:
Mathias Maxrath, 1. Vorsitzender,
Georg Dahm, 2. Vorsitzender,
Friedr. Wilh. Müller, Kassenwart,
Gustav Hauer, Schriftführer,
P.J. Monreal, Beisitzer,
Christian Schäfer, Beisitzer,
Christian Pollig, Beisitzer.
Durch das unablässige Bemühen dieses Vorstandes ist nun alles soweit gediehen,
dass am Sonntag, den 20. Juli 1924, der neue Anbau der Kapelle und mit ihm
zugleich eine Kriegergedächtnistafel zum bleibenden Andenken der im Weltkrieg
gefallenen Walporzheimer Männer und Jünglinge geweiht werden kann. Möge denn
dieses gute Werk Gottes Wohlgefallen finden und dem Dorf seinen reichsten Segen
bringen, möge auch fernerhin echt christlicher Geist der Einwohner gute Früchte
bringen in frommem Glauben und edler Sittenreinheit, in großherzigem Opfermut
und inniger Nächstenliebe, zum Heile der Gemeinde und des gesamten deutschen
Vaterlandes:
Quod DEUS OPTIMUS MAXIMUS bene vertat!“
Eine der ausdruckstarken Figuren der Kapelle ist
die des heiligen Josef
Ein Gang durch die
Kapelle
Als am 16. April 1246 der Graf von Are-Hochstaden den
Leuten durch Schenkung Weingarten und Ackerland gab, wurde das Kölner Domstift
der vornehmste Grundherr von Walporzheim. Dies blieb so bis zur französischen
Säkularisierung. Die Domstiftsverwaltung in Walporzheim blieb in dem berühmten
Domhof zum St. Peter, der durch diesen Namen die Erinnerung an das Domkapitel
festhält. Daher wird auch in früherer Zeit eine Kapelle in Walporzheim vermutet.
In einem Grundbuchauszug aus dem 19. Jahrhundert wurde die Stadt Ahrweiler als
Eigentümer des Grundstückes, auf dem die Kapelle steht, eingetragen. Kurz vor
dem Zweiten Weltkrieg erfolgte die Übergabe des Grund und Bodens an die
katholische Pfarrgemeinde St. Laurentius Ahrweiler. Über dem Eingang der
Filialkirche ist die Jahreszahl 1770 eingemeißelt. Darüber befindet sich in
einer Nische eine Figur des Guten Hirten.
Im mit Schiefer bedeckten Glockenturm hängen zwei Glocken mit den Namen St.
Josef und St. Sebastianus. Bis in die achtziger Jahre des vergangenen
Jahrhunderts wurden diese Glocken mit Glockenseilen geläutet, die durch Löcher
in der Decke bis auf die Empore herunterhingen und von den Küstern (Glöcknern)
in Handarbeit geläutet wurden. Die Glockenseile, in denen sich kräftige Knoten
befanden, waren durch den langen Gebrauch blank gewetzt. Seit 1989 hat die
Walporzheimer Kapelle ein elektrisches Geläute, welches aus der Sakristei
bedient werden kann. Auf dem Kirchturm befindet sich ein Wetterhahn aus dem
Jahre 1932.
Das handgearbeitete Holzkreuz im Chorbereich ist das dominierende Element der
gesamten Kapelle, aber dazu später mehr.
Die Kapelle hat eine Empore, auf der die jetzige Orgel im rückwärtigen Bereich
aufgestellt ist. Die Bestuhlung unter der Empore stammt noch aus der alten
Kapelle vom Kalvarienberg. Auf der Empore stehen einfache Holzbänke mit
Stahlvierkantfüßen, die von der Fa. Rheinische Kohlenbürsten-Fabrik im Jahre
1971 gestiftet wurden.
Gegenüber vom Eingang der Kapelle befindet sich
die Ehrentafel mit den Namen der Gefallenen des 1. Weltkrieges sowie eine
Muttergottesstatue und ein Kerzenaltar.
Des Weiteren gehört zur Kapelle die Sakristei, die am
20. September 1925 eingeweiht wurde. Bis dahin fand das Ankleiden des
Geistlichen und der Messdiener neben dem Altar statt. Leider wurde bei dem Anbau
der Sakristei nicht der Boden unterkellert bzw. isoliert, so dass man bis zum
heutigen Tage schon in der Übergangszeit ständig heizen muss, um ein starkes
Feuchtwerden des Raumes und Inventars zu verhindern.
Die Kapelle an sich ist ein einschiffiger verputzter Bruchsteinbau. Die lichten
Maße betragen 13 m in der Länge und 5,50 m in der Breite. Im alten Teil, auf den
Längsseiten und im Chorschluss, befinden sich je zwei Stichbogenfenster. Diese
zeigen den Hl. Josef sowie den Hl. Sebastianus. Die Türen zur Straßenseite sind
in Natursteinrahmen gefasst. Die geschnitzte Haupteingangstüre zeigt in der
Mittelstrebe Weintrauben und Früchte.
Das Innere der Kapelle ist flach verputzt und hat eine einfache Wandgliederung.
Die Balken sind in ochsenblutrot gestrichen.
 Beim Erweiterungsbau im Jahre 1924
wurden zwei Fenster auf der Empore gestiftet. Das eine mit der Darstellung des
Hl. Aloisius (rechts), gestiftet von den Junggesellen, das andere mit der
Darstellung der Hl. Agnes von den jungen Mädchen des Ortes gestiftet. Beide
Fenster wurden im Zweiten Weltkrieg nicht zerstört.
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 Der frühere barocke
Säulenaufbau des Altars ist leider entfernt worden. Von dem damaligen
Altaraufbau sind nur noch die zwei Holzfiguren, der Hl. Sebastianus von 108 cm
Höhe und der Hl. Rochus von 90 cm Höhe, erhalten.
Die geschnitzten Figuren wurden 1961 voll restauriert, aber niemand kann heute
die Herkunft und den Namen des Künstlers angeben. Vor der Restaurierung waren
die Figuren in schlechtem Zustand und einfach blau-grün gestrichen.
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Die ausführende Fachfirma für die Restaurierung der Holzfiguren war die
Kunstwerkstatt Söller aus Heppingen. Beide Statuen sind heute zu einem
ansehenden Bestandteil des Gotteshauses geworden.
Auf der rechten Chorseite befindet sich die Figur des Hl. Rochus, die an einem
Bein ein schlimmes Geschwür zeigt. Der Hl. Rochus war vom 15. bis ins 18.
Jahrhundert einer der meist verehrten Heiligen des Abendlandes. Er soll in der
Pestzeit die Pestkranken gepflegt und ihnen Trost gegeben haben. Er selbst wurde
ebenfalls krank, doch der Legende nach auf wundersame Weise geheilt.
 Gegenüber
vom Haupteingang und halbwegs unter der Empore befinden sich eine
Herz-Jesu-Statue und eine Figur der Gottesmutter. Beide stammen aus der
Kunstwerkstatt Söller in Heppingen.
Aus dem 18. Jahrhundert ist das steinerne Weihwasserbecken rechts am Eingang
noch erhalten. Das Becken, mit Muschel und Traube, ist aus Basalt gehauen. Im
Jahre 1953 wurde das Dach, das im Zweiten Weltkrieg sehr stark beschädigt wurde,
vollständig erneuert. Auch die Sakristei wurde mit einer Dachauflage und
Drahtglas versehen. Wegen mehrerer Einbrüche musste man diese noch mit einem
Gitter versehen. Im Jahre 1955 bekam die Kapelle einen von einem einheimischen
Handwerksmeister gezimmerten Altar, da der alte Altar nicht mehr zu restaurieren
war. Leider ist dieser heute nicht mehr vorhanden. Der Altarraum wurde im
Anschluss an die Liturgiereform gänzlich neu gestaltet. Dazu zählte auch der
Altar aus Naturstein. Eine Verkleidung für diesen Altar wurde im Jahre 2000 von
der Schreinerei Flohe in Walporzheim gestiftet. Bei der Neugestaltung konnte
glücklicherweise das übertünchte Deckenfresko im Chorbereich wieder freigelegt
werden. Es ist ein bestimmendes Element in der Kapelle und zeigt die Krönung der
Gottesmutter.
Der heutige Kreuzweg wurde 1992 von Pfarrer Gilberts
aus Consdorf/Luxemburg gestiftet.
Im Jahre 1955 bekam die Kapelle eine Gasheizung, die aus drei Gasöfen bestand,
die allerdings zum Beheizen nicht ausreichend waren. So wurde 1971 eine
Heißluftheizung eingebaut, die bis heute noch besteht. Bei diesen Arbeiten
zeigte sich auch, dass das 65 cm starke Mauerwerk meist aus Bruchsteinen
bestand, die der Überlieferung nach im Heckenbachtal, unterhalb der Katzley,
gebrochen wurden. Wo sich jetzt das große Wandkreuz im Chor befindet, hing einst
ein Wandteppich. Dieser zeigte Christus in der Kelter. Der Wandteppich wurde von
Franziskanerinnen in Trier gearbeitet und befindet sich jetzt im AhrWeinForum in
Ahrweiler.
Auf der Empore stand ab 21. Mai 1966 eine Ahlborn-Orgel, die von Frau Marga
Knieps, als ehrenamtlicher Organistin, bei allen Gottesdiensten und kirchlichen
Feiern gespielt wurde. Im Jahre 2001 wurde die Orgel durch eine neue ersetzt.
1971 wurde von den Junggesellen ein auf der Empore befindliches Glasbild mit dem
Hl. Sebastianus gestiftet.
Zum Inventar der Kapelle zählt auch ein geschnitzter Betstuhl mit einer
Darstellung des verlorenen Sohnes, er ist in feiner Schnitzerei und steht im
Chorraum.
Des Weiteren wird in der Sakristei ein Ölbild auf Stoff, mit der Darstellung des
leidenden Christuskopfes, aufbewahrt. Zwei Reliquienkästchen, die hinter einer
Glasplatte einige Reliquien verschiedenster Heiliger enthielten, wurden in der
neuen Altarverkleidung mit eingelassen.
Die Innenseiten dieser Kästchen sind mit Samt, Seide und Spitzen, Brokat und
anderen schmückenden Stoffen ausgelegt. An der rechten Seite des Altarraumes ist
hinter einem starken Gitter und einer Glasscheibe eine Monstranz mit einer
Reliquie des Hl. Sebastianus aufgestellt. Links befindet sich als Pendant,
ebenfalls hinter einem starken Eisengitter, in der Chorrückwand das Tabernakel.
Zur Zeit findet nur noch Freitags um 18.30 Uhr regelmäßig ein Gottesdienst
statt. An Feiertagen wie Weihnachten, Ostern, Patronatsfeste usw. werden auch zu
anderen Zeiten Hl. Messen gehalten.
Im Juli 2005 stiftete ein Walporzheimer Bürger
der Kapelle eine Figur des Heiligen Christopherus. Die Figur hat einen Platz am
Aufgang zur Empore gefunden
Spruch aus dem Jahre 1914:
Ehre und Ruhm den Ahnen unseres Dorfes,
die vor Jahrhunderten uns dieses Kirchlein bauten.
Die, wenn sie’s auch in hartem Frondienst schufen,
es schafften, weil sie fest auf Gott vertrauten.
Sie brachen unentwegt den Stein aus hartem Fels,
die ringsum unsere Heimatflur umsäumen.
Es wuchsen hoch die Mauern der Kapell‘
zu gottgeweihten, heil’gen Tempelräumen.
Darinnen nun der Messe heil’ges Opfer,
so war des Dorfes liebliche Kapelle
den Ahnen und den Kindern lieb und teuer
und sie umschloss durch die Jahrhunderte
von Jahr zu Jahr des heil’gen Glaubens Opferfeier.
Neue Glocke geweiht
Der Nachmittag des Sonntags des 6. Dezember 1964,
stand in Walporzheim ganz im Zeichen der Glockenweihe. Nach außen hin deutlich
wurde das kirchliche Ereignis durch den Fahnenschmuck in der Rheinstraße, der
jetzigen Walporzheimer Straße. Die Kapelle des Weindorfes hatte ihr Festgewand
angelegt. Der Eingang zur Kapelle war geziert mit Tannen und Grünschmuck und im
Innern des Gotteshauses hatte Küster Hans Bous alles aufgeboten, um der
Weihestunde einen feierlichen Glanz zu geben. Im Altarraum erstrahlten viele
Kerzen, und während links eine Fahne den Raum zierte, wurde das Bild durch viele
Lorbeerbäume und den Adventskranz abgerundet.
Einen besonderen Platz nahm die neue Glocke ein, die in einem provisorischen,
mit Tannengrün umrankten Glockenstuhl hing. Die Weihe nahm der Pfarrherr Dechant
Josef Zenz vor. Ihm assistierten die Kapläne Müller und Lierow. Unter den
Ehrengästen sah man Bürgermeister Wilhelm Helfmann, Kirchenvorstandsmitglied
Mathias Maxrath, Winzervereinspräsident Hubert Monreal und die Vorsitzenden der
Walporzheimer Vereine. Die Stunde war umrahmt von mehrstimmigen Gesängen des
Männergesangvereins „Lyra“. Außerdem sang eine Kinderschola.
Es war eine erhabene und würdige Feierstunde. Der Glockenweihe voraus ging eine
Vesperandacht mit festlichen Chorälen, gebetet und gesungen von Filialkaplan
Müller, der Schola und den vielen Gläubigen, die sich in der kleinen Kapelle
drängten. Im Rahmen der Weihezeremonie sprach Dechant Zenz das Weihegebet, dann
trat er an die neue Glocke und salbte sie mit geweihtem Öl durch die
Aufzeichnung des Kreuzes an vier Stellen, womit die Himmelsrichtungen angedeutet
wurden.
Dabei sprach der Dechant die Worte: „Geheiligt und geweiht sei diese Glocke zu
Ehren des Hl. Sebastianus, im Namen des Vaters, des Sohnes und des Hl.
Geistes“. Während der Weihe und Segnung sang die Schola im Wechsel mit den
Gläubigen „Lobe den Herrn“, und nach der Zeremonie erklang von der Orgelbühne
aus das „Ehre sei Gott in der Höhe“ aus der Schubert-Messe, gesungen vom MGV
„Lyra“, dem später auch das „Sanctus“ folgte. In seiner Ansprache bezeichnete
Filialkaplan Müller den Augenblick als eine Stunde der Freude und der frohen
Herzen. Vom Tage des Vorhabens bis zur Verwirklichung der Kapelle eine zweite
Glocke zu geben, sei es ein weiter Weg gewesen, dennoch sei das Ziel erreicht
worden.
Er dankte dafür herzlich allen Spendern und Sammlern. Dass die neue Glocke
vielen Generationen Rufer und Mahner sei und allezeit Gottes Ruhm und Ehre
verkünden möge, war sein Wunsch in dieser Stunde. Mit dem „Te Deum“ und Segen
wurde die Weihestunde in der Walporzheimer Kapelle beschlossen. Im Anschluss an
die kirchliche Feier fand in der Josefsstube des Winzervereins noch ein Empfang
der Ehrengäste mit Kaffeetafel statt. Die neue Glocke wurde in der
Glockengießerei Mark in Brockscheidt/Eifel gegossen. Sie ist 65 cm hoch, hat
einen Durchmesser von 65 cm und ist 180 kg schwer. Kostenpunkt: 2500 DM.
Die Renovierung der Kapelle 1988/1989
Wichtige Vorarbeit zur Kapellenrenovierung hatte der
damalige Ortsvorsteher Adolf Fleischer geleistet. Den Dechanten Hans Hammes und
Josef Mettel hatte er immer wieder aufgezeigt, dass für die Erhaltung des
Gotteshauses eine Renovierung unbedingt erforderlich sei. Auch unterstützte er
bei den Überlegungen der Finanzierbarkeit und der möglichen Eigenleistung durch
die Dorfbewohner von Walporzheim
Die St.-Josef-Kapelle hat in ihrer langen Geschichte eine Renovierung in solch
großem Umfang von Grund auf wohl noch nicht erlebt. Vom Dach bis zum Boden wurde
alles kontrolliert, begutachtet und gegebenenfalls renoviert oder restauriert.
Man kann sagen, die Handwerker gingen der Kapelle ans Eingemachte. Hauptgrund
für die monatelangen Aktivitäten war vor allem die Feuchtigkeit, die sich an den
Innen- und Außenwänden schon sichtbar ausgebreitet hatte.
In früherer Zeit hatte man das Gebäude nicht ausreichend isoliert. So wurde
zunächst der alte Außenputz abgeschlagen, die Wände feuchtigkeitsisoliert und
neu verputzt. Bauherr Dechant Josef Mettel, Architekt Stefan Kohlhaas und
Konservator i.K. Dr. Hans-Berthold Busse, vom bischöflichen Generalvikariat in
Trier, entschieden sich für einen hellen Außenanstrich. Auch am Dach mussten
entsprechende Arbeiten durchgeführt werden. Dabei wurde der Kirchturm neu
verschiefert, das verwitterte Holz abgetragen und durch eine neue Verkleidung
aus Eichenholz ersetzt sowie die Dachrinnen in Kupfer verlegt.
Die Balken erhielten einen neuen Anstrich in ochsenblutrot, welches hier im
Ahrtal bei vielen Fachwerkhäusern auch in früheren Zeiten verwendet wurde.
Die Schallöcher am Kirchturm wurden mit Jalousien versehen und das Gebäude
erhielt erstmalig auch einen Blitzschutz.
Dieser ist nicht zwingend vorgeschrieben, aber sicherer.
Auch das Läuten der Glocken von Hand gehört seit dieser Zeit der Vergangenheit
an, die kleine Kirche erhielt ein automatisches Läutewerk, eine Technik, die in
den meisten Kirchen und Kapellen bereits Standard war. Die Steuerung kann per
Knopfdruck bequem aus der Sakristei erfolgen.
Der alte Wetterhahn von 1932 erhielt in der Malerwerkstatt von Barthel Krämer
ein neues Federkleid. Schon von Mai bis August 1988 konnten sich die
Walporzheimer Bürgerinnen und Bürger immer wieder vom Baufortschritt der Kapelle
überzeugen. 130.000 Mark kostete die Renovierung, wobei sich der Kreis Ahrweiler
mit 13.000 Mark und die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler mit 14.561 Mark an
Zuschüssen beteiligten.
Den Rest finanzierten das Bistum Trier sowie die Kirchengemeinde St. Laurentius
als Eigentümer und Bauherr mit Hilfe der Walporzheimer Bürger. Für den
bisherigen Wandteppich „Christus in der Kelter“ erhielt die Kapelle ein
handgeschnitztes Holzkreuz, das ein Walporzheimer Bürger in Oberammergau
anfertigen ließ und stiftete. Spontan entschied sich die Dorfgemeinschaft,
weitere Arbeiten im Innenraum der Kapelle vorzunehmen. Am Aschermittwoch 1989
gingen die Handwerker wieder ans Werk. Unter der fachlichen Betreuung von
Malermeister Barthel Krämer wurde in den nächsten Tagen das Fresko, das die
Krönung der Gottesmutter darstellt, freigelegt.
Das Bild war zuvor mehrfach übermalt worden und die Anstriche mussten jeweils
vorsichtig abgetragen werden. Wie alt dieses einzigartige Wandgemälde ist, und
warum das Fresko in den 1960er und 70er Jahren übertüncht wurde, weiß niemand
genau. Passend zu dem Gemälde wurde auch die weitere Farbgestaltung gewählt.
Die Putzpfeiler und Gesimse wurden entsprechend abgestimmt und mit Traubenmotiv
umrahmt.
Die enge Verbindung des Ortes zum Wein wiederholte sich an der Decke, denn dort
rankt jetzt um die Entlüftung des Raumes eine Trauben-Rosette. Auch die
Emporenbrüstung sowie die Säulen wurden neu lackiert. Von der Schreinerei Flohe
wurde der marode Fußboden herausgerissen und durch neue Bodendielen ersetzt. Der
alte Natursteinbelag blieb als Boden erhalten.
Einige Walporzheimer Bürgerinnen und Bürger packten kräftig mit an und laugten
und beizten die Bänke ab, beseitigten das Gitter zum Altar und ließen Fußroste
ein. Walporzheimer Frauen traten zum großen Hausputz an und so konnte die
Dorfgemeinschaft am 23. April 1989 die Kapelle fertig renoviert übernehmen.
Chorkreuz aus
Oberammergau –
ein Kleinod der Kapelle
Wer schon einmal in Oberammergau seinen Urlaub
verbracht hat, dem ist sicherlich schon das große Geschäft mit Holzschnitzereien
G.G. Lang aufgefallen. Es ist eines der größten Geschäfte dieser Art im Ammertal.
Das mehrhundertjährige, traditionsreiche Familienunternehmen ist weltbekannt für
Kunstschnitzereien in höchster Vollendung.
Aus diesem Hause stammt das große Kruzifix, welches ein dominierendes Element in
der Walporzheimer Kapelle darstellt. Nach der letzten Renovierung Ende der 80er
Jahre des letzten Jahrhunderts stiftete ein Walporzheimer Bürger, der von dem
Oberammergauer Schnitzer sehr angetan war, der Kirchengemeinde dieses
einzigartige Kunstwerk.
Der Korpus ist aus einem Stück Lindenholz geschnitzt und hat die stattliche
Größe von 1,80 m. Die Länge des Vierkantkreuzbalkens beträgt 4,60 m, die der
Querbalken 1,85 m. Auf dem Haupte trägt die Christusfigur eine echte
Dornenkrone. Das geneigte Antlitz des Gekreuzigten zeigt eine markante
Ausdruckskraft.
Die Kreuzigungsnägel sind handgeschmiedet. Die goldenen Strahlen, die aus dem
heiligen Haupt herausströmen, versinnbildlichen die Auferstehung des
Gottessohnes. Die sieben Blutstropfen an der Seite des Korpus erinnern an die
sieben Sakramente der Kirche.
Per LKW wurde das mächtige Kunstwerk von Walporzheimer Bürgern in Oberammergau
abgeholt und von örtlichen Handwerkern an der Chorwand angebracht – ein
dominierendes Bild im Kirchenraum.
In einem festlichen Gottesdienst fand die Kreuzessegnung im Herbst 1988 durch
Dechant Josef Mettel statt. Er ging bei seiner Ansprache auf den Kreuzestod Jesu
ein und gab auch Hinweise auf die Kunst des Barock und Aussagen der damaligen
Künstler.
Die Kinder und Jugendlichen rief der Pfarrherr auf, dem Trend der Zeit
entgegenzuwirken und mitzuhelfen, dass auch in Zukunft Menschen der Einladung
des Gekreuzigten nachkommen. Der Männergesangverein „Lyra“ trug mit seinen
Liedvorträgen zur Verschönerung des feierlichen Festgottesdienstes bei. Zum
Schluss dankte Dechant Mettel besonders dem ungenannt gebliebenen Spender dieses
einzigartigen Kunstwerkes.
Wetterhahn bekam neues
Gefieder
Das Wetter macht er nicht, er zeigt es nur an. Gemeint
ist der Kirchturmhahn auf der Walporzheimer Kapelle. Nachdem die meiste Arbeit
bei der Renovierung der Kapelle geschafft war, wurde als „Tüpfelchen auf dem i“
noch der Wetterhahn auf der kleinen Kirche generalüberholt.
Zu diesem Zweck musste dieser für eine Woche seinen über 50-jährigen
angestammten Platz des Kirchturms verlassen. Anstatt des glänzenden Gefieders
hatte das kupferne Tier reichlich Patina und Grünspan angesetzt. Da wusste
Malermeister Barthel Krämer Rat.
Der alte Hahn wurde zunächst sachgerecht abgeschliffen, bevor weitere
Verschönerungsarbeiten durchgeführt werden konnten. Es folgte eine zweifache
Goldbronzierung und als weiteres Äußeres erhielt der Wettervogel ein edles
„Sturmgold“. Nach dem Antrocknen der Grundierung, verbunden mit mehreren Stunden
Wartezeit, konnte endlich das Blattgold mit feinem Pinsel angedrückt werden.
Diese Arbeit war echte alte Handwerkskunst und Feinarbeit des Altmeisters.
Allein das Goldkleid hatte einen Wert von 200 Mark. Durch die Arbeit des
Vergoldens kam auch die Gravur, mit Hinweis auf den Urheber Martin Simonis und
die Stifterin, die Fa. Rheinische Kohlenbürsten Fabrik AG., Ahrweiler, August
1931 wieder zum Vorschein. Nach einer Woche Intensivbearbeitung konnte der
Goldhahn wieder auf seinen alten Platz auf der Walporzheimer Kapelle beziehen.
Orgelweihe 2001
Schon lange bestand bei den Walporzheimer Bürgern und
der Pfarrgemeinde St Laurentius der Wunsch, die Walporzheimer Filialkirche St.
Josef mit einer neuen Orgel auszustatten. Allerdings hatte man diesen Wunsch
bislang zurückgestellt, da in den Jahren 1988/1989 gerade erst größere,
kostenintensive Renovierungsarbeiten abgeschlossen waren. Da bot sich die
Gelegenheit, eine 30 Jahre alte gebrauchte Kirchenorgel zu erwerben. Nur wenig
war diese Orgel bislang gespielt worden, sie wurde durch den Orgelbaumeister
Christian Gerhard aus Boppard beim Einbau gründlich überarbeitet und neu
gestimmt. Zum Namensfest des Hl. Laurentius, am Freitag 10. August 2001, wurde
die Dorfgemeinschaft Walporzheim in ihr Gotteshaus zur Weihe der neu
angeschafften Orgel eingeladen. Die Weihe wurde von Dechant Josef Mettel
vorgenommen. Im Festgottesdienst erbat der Dechant Gottes Segen für das neue
Instrument und die Organisten. Erstmalig ließ der Organist Klaus-Dieter
Holzberger die neue Orgel erklingen, begleitet vom Männergesangverein „Lyra“ mit
dem Lied „Lobet den Herrn der Welt“ im Text von Willy Trapp nach der Melodie von
Henry Purcells „Trumpet Voluntary“. Beim Gottesdienst begleitete der Organist
auch zum ersten Mal den Gesang der Gemeinde mit der neuen Orgel.
Der Kauf entpuppte sich als reiner Glücksgriff, denn am Klang des
Kircheninstrumentes war nichts auszusetzen Nach dem Gottesdienst gab es noch
einen Umtrunk. Dazu hatten der MGV „Lyra“ und Edgar Flohe, der sich insbesondere
um die Beschaffung dieser Orgel bemüht hatte, in die „Gildenschenke“ eingeladen.
Neben der Geistlichkeit konnte er auch Ortsvorsteher Robert Etten und den
Vorsitzenden des Verkehrsvereins „Weindorf Walporzheim“, Theo Monreal, begrüßen.
In einer Ansprache dankte er besonders den Spendern, die mit großen und kleinen
Geldzuwendungen die Anschaffung der Orgel ermöglichten. Auch den Förderern, die
das Orgelfest organisiert hatten, galt sein herzlicher Dank. So konnte von dem
Erlös dieses Festes ein Scheck über 10.011,32 Mark an den Pfarrherrn überreicht
werden. Dechant Mettel dankte allen, die zum guten Gelingen des Werkes
beigetragen hatten. Von der Orgelweihe in der St. Josef-Kapelle wurde eigens
eine CD geprägt, die später zur weiteren Finanzierung gekauft werden konnte.
Kapelle erhält neue St. Josefstatue und Kreuzweg
Im Jahre 1992 erhielt die Walporzheimer Kapelle eine
neue St. Joseffigur und neue Kreuzwegstationen. Beides wurde von Alfons
Gilberts, Pfarrer aus Consdorf/Luxemburg, gestiftet. Der in Walporzheim beliebte
Pastor war mehrmals Urlaubsgast in Walporzheim, oft sogar zwei Mal im Jahr. Für
den Spender gab es auf dem damaligen Patronatsfest ein dickes Lob und viele
Worte des Dankes.
Die St. Josefsfigur trägt als Symbol ein Winkelmaß der Zimmerleute. Die barocke
Ausführung der Statue stammt aus der gleichen Werkstatt wie auch das Chorkreuz,
aus dem bekannten Oberammergauer Kunstunternehmen G.G. Lang Erben. Die Figur
erhielt einen Platz auf einem stabilen Pilaster an der Südseite der Kapelle.
Auch die 14 Kreuzwegfiguren wurden von Pfarrer Gilbertz gestiftet. Sie sind aus
hochwertigem Lindenholz geschnitzt und stammen aus einer Kunstwerkstatt aus
Südtirol. Der Kreuzweg ersetzte die Darstellungen vom Leiden Christi aus Mosaik
aus den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts, die damals aus den Werkstätten
Maria Laach stammten.

St. Josef und der Kreuzweg

St. Anna und St. Maria und der Kreuzweg
Die neuen Kreuzwegfiguren sind in der Machart sehr einfach gehalten und kommen
durch ihre dezente Farbgebung auf dem hellen Untergrund der Seitenwände
besonders zur Geltung. Diebstahlsicher wurde der Kreuzweg von Hans und Edgar
Flohe, Günter Knieps, Günter Groß und Rudi Dauben auf den vorgesehenen Plätzen
an den Kapellenwänden befestigt. Ebenfalls stellten sie auch die 80 cm hohe St.
Josefstatue an den vorgesehenen Platz.
Handwerkliche
Meisterarbeit schafft eine neue Altarverkleidung
Im Februar 2000 bekam der Altar in der St.
Josef-Kapelle eine neue Verkleidung aus Eichenholz. Die Inhaber und Mitarbeiter
der Bau- und Möbeltischlerei Flohe fertigten in drei Wochen die Ummantelung des
Altars an. Das benötigte Eichenholz wurde von der Firma Flohe gestiftet.
Durch
die unentgeltliche Arbeit und die Holzstiftung konnte die Altarverkleidung sehr
günstig hergestellt werden.
Die Arbeit weist Profile alter Art auf. Die Vorlage lieferte ein alter Schrank
aus dem Jahre 1761, der von Wolfgang Flohe in Ahrweiler entdeckt wurde. Ungefähr
zur gleichen Zeit wurde die Kapelle in Walporzheim gebaut. Das Jahr 1770 steht
über der Eingangstür, obgleich die Kapelle bereits im Jahre 1660 urkundlich
erwähnt wurde. Diese Zeitgleichheit machten sich die Schreiner bei der Fertigung
des Schmuckstückes zunutze.
Die Altarummantelung zeigt außer den Profilen der damaligen Zeit auch die dezent
in Gold abgesetzten Zeichen Alpha und Omega sowie das ineinander verschnörkelte
Zeichen PX. Dieses Zeichen bedeutet im Griechischen das Wort Christus. Auf
Anregung des damaligen Dechanten Josef Mettel setzte der Familienbetrieb Flohe
die Altarverkleidung in die Tat um. Am 5. Februar 2000 wurde der neue Altar
eingeweiht, im gleichen Jahr konnte die St. Josef-Kapelle auf stolze 230 Jahre
zurückblicken.
Die Kapelle bekam vom Kloster Calvarienberg eine Reliquie des Hl. Sebastianus
als Ersatz für die am 2. März 1995 gestohlene Reliquie, deren Verbleib bis heute
ungeklärt ist. |