Hoch über
der Ahr, auf dem Fels der Biebelsley bei
Pützfeld, ragt hell die
Marien-Wallfahrtskapelle Maria Geburt.
Seit 325 Jahren zieht dieses barocke Kleinod
mit vollständig erhaltener Innenausstattung
die Menschen an.
Die Errichtung dieser Marienkapelle im Jahr
1681 ist Ausdruck der Sehnsucht der Menschen
nach Heilung.
Die Marienkapelle geht auf eine private Stiftung des Werner Dietrich Freiherr von Friemersdorf zu Pützfeld und seiner Ehefrau Maria Magdalena Scheiffardt von Merode zu Allner zurück.
Anlass der Kapellenstiftung von 1681 war nicht die Pestepidemie, die das Ahrtal 1636 und 1668 heimsuchte, denn im reichen Figurenprogramm der Kapellenausstattung fehlen die Pestheiligen Rochus, Sebastian und Antonius der Einsiedler (mit der Sau).
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Der
gewaltige Hochaltar, der der Unbefleckten
Empfängnis Mariens geweiht ist, und der
rechte Seitenaltar mit dem damals im Ahrtal
noch wenig verehrten Franziskanertheologen
Antonius von Padua verweisen auf eine
Erneuerung der Religiosität, sodass die
Erwähnung der Pest in der Inschrift über dem
Westportal als Pest des Unglaubens und der
Sittenlosigkeit verstanden werden muss. Dass
die Marienkapelle von Anfang an als
Wallfahrtskapelle errichtet wurde, ist
daraus ersichtlich, dass sie zwei gleich
repräsentative Portale besitzt und mit zwei
großen Beichtstühlen und einer imposanten
Kanzel ausgestattet ist. Durch großes
Engagement der Ortsgemeinde und der
Denkmalpflege wurden 1955/1966 und 1991/1993
Kriegsschäden beseitigt und der durch die
(verarmten) Stifter nicht ausgeführte
Außenputz aufgetragen sowie die farbige
Fassung des Innenraums und der reichen
Ausstattung erneuert. Die 1994 errichtete
Orgel (Orgelbau Hugo Mayer, Heusweiler) ist
mit ihren 13 Registern dem Raum einfühlsam
angepasst und fasziniert durch ungewöhnliche
Disposition. Die jährlichen Kapellenkonzerte
am dritten Sonntag im Mai und am dritten
Sonntag im September gehören zu den
Fixpunkten des rheinland-pfälzischen
Kulturprogramms. Jeden Dienstagnachmittag
findet um 15 Uhr eine Pilgermesse statt, die
von Gläubigen der Mittel- und Oberahr gut
besucht ist. Als Juwel frühbarocker
rheinischer Kunst mit vollständig erhaltener
Inneneinrichtung aus der Erbauungszeit kommt
der Pützfelder Marien-Wallfahrtskapelle
überregionale Bedeutung zu.


