Pilgerreise ins Heilige
Land
von
Dominik Klein am
28.02.2010 aus Jerusalem
Am 22. Februar um 4.30
Uhr starteten wir mit
einem Reisebus ab
Ahrweiler in Richtung
Flughafen Frankfurt.
Dort hatten wir das
zweifelhafte Vergnügen,
in den Streik der
Lufthansa-Piloten zu
geraten, was uns einen
zwölfstündigen
Zwangsaufenthalt auf dem
Flughafen einbrachte.
Immerhin schafften es
deshalb einige unserer
Pilgergruppe auf diesem
Weg in die
Nachrichtensendungen von
ARD und N24, da wir den
halben Vormittag von
einer äußerst
anhänglichen Meute von
Reportern belagert
wurden. Bereits um 22.30
Uhr abends hob unser
Blechvogel der besagten
Kranich-Fluglinie in
Richtung Israel ab, an
Bord 30 erwartungsfrohe
Pilger und Pilgerinnen
unserer Pfarrei
verstärkt von
Mitstreitern aus der
Kurpfalz, dem Nahetal
und aus der Bundessstadt
Bonn, alle geführt von
Dechant Jörg Meyrer, der
sich zuvor den ganzen
Tag im Krisenmanagement
üben durfte.
In Tel Aviv
erwartete uns die nette Reiseleiterin Michal -
eine waschechte Israelin
mit einwandfreien
Deutschkenntnissen - und
verfrachtete die ganze
Meute in einen Reisebus,
mit dem uns Fahrer Chaim
quer durch das
nächtliche Israel bis an
den See Genezareth
kutschierte. Dort
bezogen wir unser
Quartier im Kibutz Haon
direkt am Südufer des
Sees gelegen und
horchten erst einmal
einige Runden an den
Matratzen.
Nachmittags
stiegen wir in unser,
durch den
Flieger-Aufstand kräftig
durcheinander
gewirbeltes,
Pilgerprogramm ein und
feierten unsere erste
Heilige Messe bei
schönstem
Frühlingswetter in der
Nähe der
Brotvermehrungsbasilika
in Tabgha am Seeufer.
Nach einem kurzen
Fußmarsch zur
Wallfahrtskirche und
Besichtigung derselben
brachte uns Chaim via
Tiberias und dem
dortigen Aussichtspunkt
zurück ins Kibutz, wo
wir unseren ersten Tag
im Heiligen Land beim
gemütlichen „Aprés-Pilgern“
ausklingen ließen.
Mittwochmorgens stand
zunächst die
Tauferneuerung im Jordan
in unserem Tagesablauf,
danach fuhren wir nach Kanaa in Galiläa, wo die
Ehepaare unter uns die
Gelegenheit hatten, ihr
Eheversprechen zu
wiederholen. Den
nächsten - ein klein
wenig länger als
vorgesehen währenden -
Aufenthalt
legten wir
bei Pater Louis in
seiner katholischen
Schule in Jaffa Nazareth
ein, wo uns die Kinder
aller Klassenstufen mit
Tänzen und Gesang auf
das Herzlichste
begrüßten. Beim
Mittagessen erläuterte
uns der umtriebige Pater
äußerst ausführlich den
Schulbetrieb und seine
damit verbundenen
Projekte. Anschließend besuchten wir die
Verkündigungskirche von
Nazareth und feierten im
Anschluss in einer
benachbarten Kirche die
Heilige Messe. Nach
Morgenlob und Frühstück brachen wir
donnerstagmorgens auf
den Berg der
Seligpreisungen oberhalb
von Tabgha auf, wo
unsere Heilige Messe mit
einem herrlichen Blick
auf den See Genezareth
stattfand. Ein etwas
kniffliger Abstieg
brachte uns zur
Petrus-Kirche Mensa
Domini am Seeufer. Dort
wartete Chaim mit seinem
Gefährt und chauffierte
uns in Richtung
Golan-Höhen, wo wir nach
einem leckeren
Mittagessen bei
freundlichen
Drusen die
Reste des historischen Caeserea-Philippi
besichtigten. Der
Freitag sah uns morgens
auf dem Weg zum
berühmten Berg Tabor in
Galiläa, den wir im
ungemütlichen
Nebel-Regen-Mix
erreichten, was zwar den
Ausblick einschränkte,
uns aber nicht an einem
stimmungsvollen
Gottesdienst in der
dortigen Bergkirche
hinderte. Der
Besichtigung von Kursi -
hier trieb Jesus einen
Dämonen aus - und der
Petrus/Jesus- Stadt
Kafarnaum folgte eine
Bootsfahrt über den See
Genezareth, während die
passenden Bibelstellen
zu Gehör kamen. Nach
einem wehmütigen letzten
Blick auf den vertraut
gewordenen See hieß es
am Samstagmorgen im
strömenden Regen Koffer
verladen und Weiterfahrt
Richtung Jerusalem.
Durch das Westjordanland
fuhren wir in die Stadt
Jericho, wo uns die
Unterschiede zwischen
Israelis und
Palästinensern schmerzlich bewusst wurden.
Zuvor besichtigten wir
die alte Synagoge von
Bet Alfa mit ihrem
berühmten Mosaik-Boden
und die bekannten
römischen Ausgrabungen
in Bet She'an. Leider
war uns Petrus auch an
diesem Tag nicht
wirklich gut gesonnen
und wir hüpften zwischen
den Regenschauern hin
und her. In Jerusalem
bezogen wir unsere neue
Unterkunft im Hotel
Shalom am Stadtrand,
welche einen krassen
Unterschied zum
familiären Kibutz
bedeutete. Pünktlich zur
Messe in Dominius Flevit
auf dem Ölberg setzte
sinnflutartiger Regen
ein, der unsere
Reiseplanungen wiederum
kräftig durcheinander
würfelte. Immerhin
gelang uns noch der
Besuch im Geburtsort
Johannes des Täufers, wo
wir den Aufstieg zur
Kirche noch gerade so
vor einem erneuten
Wolkenbruch schafften.
Die uns noch
verbleibenden Tage in
diesem ebenso
faszinierenden wie bedrückenden Heiligen Land
sehen weitere
Besichtigungen in
Jerusalem, einen Besuch
in Bethlehem, der
Wüstenfestung Massada
und des Toten Meeres
vor, vorausgesetzt, das
alle Mitpilger gesund
bleiben und Petrus sich
hoffentlich eines
Besseren besinnt.