Zehntscheuer im
Mittelpunkt
Bunter Abend zum Abschluss des
Pfarrfestes 2008
Langweilig wird es den Besuchern
des Pfarrfestes der St.
Laurentius Pfarrgemeinde in
Ahrweiler nie, auch wenn es in
diesem Jahr schon zum 21. Mal in
Folge stattfand. Die
Organisatoren, und sie kommen
immer aus allen Gruppierungen
und Vereinen innerhalb der
Gemeinde, lassen sich Jahr für
Jahr neue Ideen dazu einfallen.
In
diesem Jahr stand die
Renovierung der Zehntscheuer mit
ihrem Motto im Mittelpunkt:
"Zehntscheuer für alle; dat däät
Ahweile jefalle"
Gefeiert wurde in diesem Jahr
erstmals an vier Tagen. Es
begann Donnerstag mit einem
Seniorengottesdienst, der damit
verbundenen Krankensalbung und
einem gemeinsamen Kaffeetrinken.
Am Abend des Freitag gehörte die
Zehntscheuer der Lau-Jugend mir
ihrem Live-Konzert.
Der
Samstag begann in den frühen
Abendstunden mit einem
Festhochamt zur Eröffnung des
Pfarrfestes als Vorabendmesse.
Ein Dämmerschoppen auf dem Markt
mit gut nachbarlicher Begegnung
für alle Pfarrangehörigen und
eine Oldie-Disco in der
Zehntscheuer waren das Angebot
für den weiteren Verlauf des
Abends.
Der
morgendliche
Familiengottesdienst am Sonntag
war ganz auf diese angestellt.
Die kfd-Frauen versorgten
Hungrige zur Mittagszeit und am
Nachmittag zunächst mit einem
Salatbuffet und anschließend mit
einer gut sortierten Kuchentheke
in der Zehntscheuer, während auf
dem Marktplatz am Essensstand
verheißungsvoller Duft den
ganzen Tag über bis in die
späten Abendstunden lecker
Gebrutzeltes verhieß. Zur
Unterhaltung der zahlreichen
Festbesucher ließ zum
Frühschoppen unterdessen der
Ahrweiler Spielmannszug seine
Melodien erklingen. Mit großem
Interesse wurden auch die
Programmpunkte des Nachmittags
angenommen.
Den
schon üblichen Vortrag steuerten
Pfarrherr Dechant Jörg Meyrer
und Hans Georg Klein als guter
Kenner der historischen
Gegebenheiten des ausgewählten
Themas bei: "Zehntscheuer -
damals und heute". Hierbei
erläuterte der Chronist der
Bürgerschützen nicht nur den
biblischen Ursprung des Zehnts
und die weitere Entwicklung über
die Jahrhunderte, insbesondere
die Ahrweilerer Besonderheiten,
wobei natürlich dem
Hauptzehntherrn, dem Kloster
Prüm, eine besondere Rolle
zukam. Seine Ausführungen
reichten über die Jahrhunderte
bis in die Gegenwartstage. Und
hier knüpfte der Pastor an und
erläuterte im Einzelnen, was bei
der anstehenden Renovierung
geschehen muss und soll.
"Musik
für Trompete und Orgel",
gespielt von Rüdiger Sicht,
Trompete, und Klaus-Dieter
Holzberger an der Orgel, war das
Angebot der folgenden Stunde im
Gotteshaus. Dabei standen Werke
des 17. Jahrhunderts von Händel,
Bach und Albinoni neben einem
Menuett für Trompete und Orgel
von Alfred Hollins, einem
englischen Komponisten der 1.
Hälfte des 20. Jahrhunderts, auf
dem Programm.
Nach
dem Jugendgottesdienst am frühen
Sonntagabend füllte sich der
Markt zusehends mit Besuchern,
jung und alt, groß und klein.
Der Bunte Abend stand bevor und
zog, wie schon in den Vorjahren,
die Gäste in Scharen an.
Die
Moderation des
abwechslungsreichen Programms
lag bei Ortsvorsteher Horst
Gies, der es sehr gut verstand,
von einem Programmpunkt auf den
nächsten überzuleiten und keine
Langeweile aufkommen zu lassen.
Mit
einem heiteren Spiel und Gesang
stellten Angehörige der
Katholischen Jugend auf lustige
Art und Weise Handwerker vor,
die zur Renovierung der
Zehntscheuer benötigt werden,
und stimmten damit auf das Thema
des Abends ein. Einen
Spendenbeitrag zu den zu
erwartenden Kosten auf ihre Art
und Weise wollten Mitglieder der
Stadtgarde erbringen und boten
sich dem Publikum an zu einem "Stippeföttcherdanz"
mit Partnern aus dem Publikum,
der zu einer rechten Gaudi
wurde. Für das
sportlich-unterhaltsame
Toreschießen auf eine Torwand
durch Mitglieder kirchlicher
Gruppierungen hatte sich Schuh
und Sport Schüller als Sponsor
gefunden, die Treffer mit
Spendenbeiträgen honorierten. So
schwierig es auch war, einen
Treffer zu erzielen, die
Renovierung war ein gut
kassierender Nutznießer - sie
hielt symbolisch auch beim
nächsten Programmpunkt die Hand
auf: Hier konnte der Pastor im
wahrsten Sinne des Wortes "seine
Schäfchen melken". Familie
Gatzmaga von der Maibachfarm
hatte ein Milchschaf
mitgebracht, das Pastor und
Kaplan Michael Toth auf der
Bühne melken sollten. Mit ihren
Helfern, die sich um der guten
Sache dazu gesellten, schafften
sie einen guten halben Liter und
150 Euro waren eine gute Spende.
Recht
unterhaltsam war der nächste
Programmpunkt, zu dem Ahrweiler
Junggesellen und Funken der AKG
auf der Bühne Aufstellung nahmen
und gemeinsam tanzten, gekonnt,
wie man feststellen musste.
Simon
Gies, ein erst 10-jähriger
Triathlonsportler, und Dominik
Klein schafften bei ihrem
Fahrradfahren auf der Bühne in
jeweils fünf Minuten zusammen
immerhin die beachtliche Strecke
von gemeinsam 12 Kilometern, die
mit jeweils 10 Euro pro
Kilometer vom Sponsor belohnt
wurden.
Damit
war es Zeit geworden für den
Höhepunkt des Abends. Während
der Woche und auch bei den
Pfarrfestveranstaltungen waren
Spendenkugeln für die
Renovierung der Zehntscheuer
angeboten worden. 328 wurden
verkauft zum Preis von jeweils
10 Euro. Damit verbunden war
jeweils eine Gewinnchance. Als
Glücksfee war Ahrweilers
Burgundia Miriam Beiling aktiv,
die mit verbundenen August die
Kugeln für die Gewinner aus der
Lostrommel zog. Das gab nicht
nur Spannung, sondern machte
auch verständlicherweise den
Gewinnern viel Freude. Zu
gewinnen waren beispielsweise
ein gastliches Abendessen im
Pfarrhaus mit dem Pastor und
seinem Team und auch ein
Wochenende für zwei Personen zum
Durchatmen.
Abschluss im Programm bildete
der das Bauchfell strapazierende
Auftritt des Pausenclowns -
hinter ihm verbarg sich Kaplan
Michael Toth - und das
Pfarrhausteams.
Allen
Akteuren auf der Bühne wie auch
den zahlreichen ungenannten
Helfern vor und hinter den
Kulissen, die für einen
reibungslosen Ablauf gesorgt
hatten, galt der Dank von Pastor
Jörg Meyrer, der damit das
sagte, was die Zuschauer nach
diesen unterhaltsamen Stunden
empfanden: Es war wieder ein
gelungenen Pfarrfest, an dem
viele beteiligt waren.