|
|
„Mit
Gott wird es nie langweilig”
Internationale
Ministrantenwallfahrt in Rom:
1000 Messdiener aus dem Bistum Trier bei Papst Benedikt XVI.
Die
heißesten Tage des Jahres haben über 1000 junge Meßdienerinnen
und Meßdiener aus dem Bistum Trier in Italien verbracht. Doch
sie bräunten sich nicht etwa am Strand des Mittelmeeres,
sondern pilgerten im Rahmen der internationalen
MinistrantInnenwallfahrt mit 46.000 Gleichgesinnten nach Rom.

“Wir
haben eine ereignisreiche und sehr heiße Woche in Rom
erlebt”, bilanzierte Weihbischof Jörg Michael Peters beim
Abschlussgottesdienst der Trierer Bistumspilger, der in der
Basilika St. Paul vor den Mauern stattfand. Sieben anstrengende
Tage mit jeder Menge Messen, Besichtigungen, aber auch gemütlichen
Momenten gingen nun zu Ende. Mit Blick auf das Motto der
Wallfahrt “Spiritus vivifivat – Der Geist macht lebendig”
stellte der Weihbischof fest: “Der Heilige Geist ist unter uns
spürbar geworden”. Er erinnerte vor allem an den Höhepunkt
der Wallfahrt: Die Generalaudienz mit Papst Benedikt XVI.
Zusammen mit rund 46.000 Messdienern aus ganz Europa erlebten
die Ministranten aus dem Bistum Trier eine stimmungsvolle
Audienz auf dem voll besetzten Petersplatz. “Benedetto!
Benedetto!” skandierten immer wieder tausende junge Menschen.
Fahnenschwenkend und mit bunten Mützen und Hüten ausgestattet,
trotzten sie lautstark den heißen Temperaturen auf dem
Petersplatz. Unter den Mützen ragten jene magentafarbenen des
Bistums Trier hervor, auf denen die Nummer des jeweiligen Busses
aufgenäht war. Ganz vorne beim Papst durfte ein Pilger aus dem
Bus 10 des Bistums Trier Platz nehmen: Weihbischof Peters. Als
einziger Bischof trug er eine Mütze seines Heimatbistums und
schwenkte sie im Takt der Lieder mit.
Der
Heilige Vater erhielt als einziger ein weißes
Pilgertuch, das ihm von Vertretern des CIM („Coetus
Internationalis Ministrantium“ oder Internationaler
Ministrantenbund, der seit 1962 und zuletzt 2001 die Wallfahrten
der Meßdiener organisiert) überreicht wurde. Die Ministranten
waren alle mit bunten Pilgertüchern erschienen. Deutliche
dominierten die 35.000 hellblauen deutschen Tücher den
Petersplatz. Der Papst erinnerte sich an seine eigene Zeit als
Messdiener vor über 70 Jahren. Er verglich die Ministranten mit
den Aposteln Jesu: “Christus möchte mit euch einen
Freundschaftsbund schließen, so wie er es mit den Aposteln
gemacht hat”. Die Kraft des Glaubens solle in die Gesellschaft
hinausgetragen werden. Abschließend rief der Papst den
Ministranten zu: “Seid immer Freunde und Apostel Jesu”. Die
Ministranten aus dem Bistum Trier waren sehr bewegt von der
Audienz. Das ist schon sehr ergreifend, mit so vielen Menschen
hier den Papst zu erleben.
Am
Vorabend der Generalaudienz hatte der Erzbischof von Wien,
Kardinal Christoph Schönborn, eine Messe auf dem
Petersplatz gefeiert. Er wisse, sagte der Kardinal, daß es in
der heutigen Gesellschaft nicht leicht sei, sich als Christ und
Meßdiener zu bekennen, ohne Hohn und Spott ausgesetzt zu
werden. Diese Wallfahrt sei auch dazu da, im gemeinsamen
Erlebnis zu erkennen, daß man nicht allein sei mit seiner
christlichen Überzeugung. Er rief den Ministranten zu: „Ihr
seid keine Schrullis, keine Außenseiter, sondern wichtige
Zeugen der christlichen Botschaft“.
Mit
19 Bussen waren die Bistumsministranten in der Ewigen Stadt
unterwegs. Einen Zwischenstopp legten sie bei der Anreise in
Assisi ein, wo in der Basilika des Heiligen Franziskus ein
Auftaktgottesdienst gefeiert wurde. In Rom konnten die einzelnen
Gruppen aus den Pfarreien auf Entdeckungstour gehen. Es galt,
die vielen altertümlichen Sehenswürdigkeiten, Kirchen, Plätze,
Brunnen und mehr zu entdecken. Jede Gruppe konnte sich eigene
Ziele setzen. Sehr beliebt waren die Vatikanischen Museen, die
Katakomben sowie die Kuppel des Petersdomes und das Grab
Johannes Paul II. Mit 13 Teilnehmern war auch unsere Pfarrei bei
dieser Wallfahrt vertreten. Sicherlich war es eine sehr
anstrengende Fahrt gewesen, doch hat es sich sicherlich gelohnt.

Die
Trierer Wallfahrtsleiter zogen eine positive Bilanz der
Wallfahrt. Das Gemeinschaftserlebnis in der großen Masse und in
den kleinen Gruppen sowie die Begegnung mit dem Heiligem Vater
werden sicher neuen Schwung in die Jugendarbeit bringen. Diözesanjugendpfarrer
Ralf Pius Krämer dankte allen Gruppenleitern, Betreuern, Romführern,
Priestern und Pastoralreferenten, Hotelverantwortlichen,
Teammitgliedern, Busfahrern und dem Weihbischof für ihre Beiträge
zum Gelingen der Wallfahrt. Auch aus den Reihen der Ministranten
waren durchweg positive Stimmen zu hören. “Die Begegnung mit
dem Papst und das Zusammensein in der Gruppe waren sehr
beeindruckend”, war ein oft zu hörender Satz gewesen.
Auch
wenn einige von uns noch die Anstrengungen des gerade erst
vergangenen Zeltlagers in den Knochen spüren konnten, war es
eine Fahrt die viele Eindrücke bei uns hinterlassen hat. Die
Bandbreite zwischen Papstaudienz, Gottesdiensten und einem Bad
im Albaner See, war
zwar recht groß, doch haben sich doch haben alle wohl gefühlt,
wenn auch manchmal die Beine nicht mehr so richtig konnten.
Eine
Meßdienerin brachte die Stimmung bei der Abschlussmesse in St.
Paul auf den Punkt, als sie in einer Fürbitte sprach: “Mit
Gott wird es nie langweilig. Das haben wir bei dieser Wallfahrt
erlebt”. So schlicht sich dieser Satz vielleicht auch anhören
mag, es war wirklich so.
|